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Diskutiert! - Rumänien und der Holocaust – zum Umgang mit einer problematischen Vergangenheit
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06. Mai 2009 16:00
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Deutsches Kulturzentrum Klausenburg (str. Universităţii 7-9)
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Diskussionsrunde mit Martin Jung
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Der Umgang mit dem Holocaust war in Rumänien bis 1989
durchgängig von staatlicher Seite reglementiert. Er blieb
allerdings nicht statisch, sondern veränderte sich mit der Zeit. In
den 1980ern zum Beispiel rückte General Ion Antonescu in den Fokus
und wurde zu einer positiven Figur umgedeutet, was sich nach 1989
zum Teil in einem regelrechten Kult für Antonescu äußerte. Die
Haltung des Staates war jedoch immer auch maßgeblich von äußeren
Faktoren bestimmt, sodass nach dem langen Mittragen eines positiven
Antonescu-Bildes der Staat im Zusammenhang mit den Beitritten zu EU
und NATO den Antonescu-Kult schließlich unter Strafe stellte, den
Holocaust in Rumänien wissenschaftlich erforschen ließ und einen
Holocaust-Gedenktag einführte. Demgegenüber steht die jüdische
Minderheit in Rumänien, die schon in der unmittelbaren
Nachkriegszeit den Holocaust untersuchte und dies auch nach 1989
fortführte. Trotz einem Denkmal und einem Museum zum Holocaust in
Rumänien ist die jüdische Minderheit jedoch im Allgemeinen mit
ihren Äußerungen zu diesem Thema in der Öffentlichkeit stets sehr
zurückhaltend.
Am 6. Mai 2009 widmete sich Martin Jung im Deutschen
Kulturzentrum dem Umgang mit dem Holocaust in Rumänien. Er
studierte Osteuropäische Geschichte, Rumänistik und Polonistik in
Jena und beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit Fragen der
Zeitgeschichte sowie der Auseinandersetzung mit Geschichte in
Osteuropa und speziell in Rumänien. Zur Zeit ist er als
ifa-Kulturmanager beim Demokratischen Forum der Deutschen in
Bukarest tätig. In Klausenburg führte er mit einem kurzen
Einführungsvortrag zum Thema „ Rumänien und der Holocaust“ an die
Problematik heran; im Anschluss waren dann alle herzlich
eingeladen, mit ihm und miteinander über dieses schwierige Kapitel
jüngerer und jüngster rumänischer Geschichte
mitzudiskutieren.
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