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Vernissage: "Otto Dix - Kritische Grafik 1920 - 1924"
14. Mai 2009 15:00 Uhr
Kunstmuseum (P-ţa Unirii 30)

„Entweder ich werde berüchtigt oder berühmt“, sagte der junge Otto Dix einmal. Er ist beides geworden. Am 2. Dezember 1891 im thüringischen Gera-Untermhaus geboren, am 25. Juli 1969 in Singen am Hohentwiel nahe dem Bodensee gestorben, ist er als Maler und Zeichner heute weltweit bekannt und gilt vor allem mit seinen ausdrucksstarken, ungeschönten Darstellungen von Krieg, Armut und menschlichem Leid als einer der wichtigsten deutschen Künstler des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit.

Vom 14. bis zum 31. Mai veranstaltete das Deutsche Kulturzentrum Klausenburg in Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) im Kunstmuseum Klausenburg die Ausstellung „Otto Dix - Kritische Grafik 1920-1924“. Gezeigt wurden die Radierfolge „Der Krieg“ von 1924 sowie weitere Grafiken, die zwischen 1920 und 1924 entstanden sind. Insgesamt waren im Rahmen dieser in Rumänien bislang einzigartigen Ausstellung 86 Radierungen und Lithografien von Otto Dix, einem der bedeutendsten deutschen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in Klausenburg zu sehen.

Vor allem das unmittelbare Fronterlebnis des Ersten Weltkrieges war für den Maschinengewehr­schützen Otto Dix so gravierend, dass es ihn ein Leben lang verfolgte und sein Schaffen nachhaltig beeinflusste. Allein über 600 Zeichnungen sind von 1915 bis 1918 an verschiedenen Kriegsschauplätzen in Belgien, Frankreich und Russland entstanden. Diese vor Ort aufgenommenen zeichnerischen Protokolle von hoher künstlerischer Qualität bildeten zusammen mit den persönlichen Erinnerungen an das Kriegsgeschehen später die Basis für ein grandioses Radierwerk, das 1924 von Karl Nierendorf in Berlin heraus­gegeben wurde: „Der Krieg“. Dieser aus 50 Blättern bestehende, oft mit den „Desastres de la Guerra“ von Francisco de Goya in Verbindung gebrachte Zyklus liefert dabei nicht nur eine authentische, erschütternde Schilderung des grauen­haften Grabenkampfes in den Materialschlachten des Ersten Weltkrieges, sondern demaskiert auch in abschreckender Weise den Moloch Krieg als solchen. Die Radierfolge, die unter den Hauptwerken des Dix’s chen Oeuvres einen besonderen Rang einnimmt, stand damit auch im Mittelpunkt der Ausstellung.

Die Vernissage der Ausstellung „Otto Dix – Kritische Grafik 1920-1924“ fand am 14. Mai 2009 um 19:00 Uhr im Kunstmuseum Klausenburg statt. Wiebke Trunk aus Stuttgart führte an diesem Abend die Besucherinnen und Besucher mit einer kurzen Einführung an die Werke von Otto Dix heran. Sie ist selbst Künstlerin, unterrichtet an der Filmakademie Ludwigsburg und an der Fachhochschule für Kunsttherapie Nürtingen und versteht sich selbst als „Kunstvermittlerin“, die ihren Zuhörern auch die Werke anderer Künstlerinnen und Künstler nahebringen möchte.

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