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2. April 2006 Fahrttag

 

Cluj – Dej – Bistritz – Vatra Dornei – Tirgu Neamt – Iaşi

 
 
Sonntagmorgen, 7.45 in Cluj Napoca: Am “International Parkpatz” vor dem Deutschen Kulturzentrum, dem Ort des Geschehens, schwärmt das “EuRopas-Osten-Entdecken-Team ” zur journalistischen Aus- und Fortbildungsreise, während die Stadt ausschläft, vorwiegend per Taxi ein.
Nachdem wir “Last Exit: Cluj Napoca” hinter uns gelassen haben, ist das erste, was auf der Fahrt gen Osten aus dem Nebel taucht, das noch verschlafene Städtchen “Dej”. Erstes Anzeichen dafür, dass wir zumindest durch die Berge fahren werden, ist ein Ayers Rock Hügel-Imitat, dass sich hinter dem Fluss Somes und der Kulisse Dej´s auftürmt. DJ Sascha, auch geographisch neben Busfahrer Istvan eine Komponente unseres Bord-Service-Teams sorgt für Stimmung mit Blaskapellenmusik von “Fanfare Ciocarlia”.
 
 Während die immer auf Sicherheitsabstand bleibenden Hügel sich langsam zu den Ostkarpaten mausern, können sich die jeweils vier Athleten des Fernseh- und auch des Radio/Print Teams mit ihren journalistischen Coachs Susanne Beckmann und Dirk Plamböck, sowie Supervisorin und Boschlektorin Katharina Lezius moralisch auf die Herausforderungen der kommenden Tage einstimmen. Radio-Print-Chefin Annett Müller ist derweil schon als Spähtrupp und mit einem Spezialauftrag in Securitatefragen am Vorabend nach Iaşi aufgebrochen.
 
Trotz der exzellenten und nahtlosen Reiseplanung fällt alsbald schon unser menschliches Bordnavigationssystem und Kraftfahrzeugsteuerungselement Istvan aufgrund von Geschwindigkeitsrausch auf Holperstraßen aus, und es herrscht vorübergehende Ratlosigkeit.
Als Helfer in der Not erweist sich zu dem Zeitpunkt dann der wilde “Somesch-Kollege, Fluss “Bistritza”, der uns und unseren Istvan zumindest mental mitreisst und wieder auf den richtigen Weg bringt. Gegen 14. 00 Uhr erreichen wir, nachdem sich Obst- und Weinplantagen immer wieder mit Kiefernwäldern abgewechselt haben, die Kurstadt “Vatra Dornei”, die wilde Spekulationen über das gleichnamige Mineralwasser auslöst. Bei der Stadtbesichtigung erweist sich die historische Synagoge für uns als besonders wertvoller Eindruck, mit Blick auf das Recherchethema des kommenden Tages: “Jüdische Minderheit in Iaşi”. Seinen gebührenden Abschluss findet der Tag für die Suchenden in Târgu Neamţ: Essen zu heißbegehrten Manele-Beats. Erst nachdem wir auch das Essen gemeistert haben, könnenen wir zu unserer letzten Etappe aufbrechen: von der Geschwindigkeit einmal abgesehen, sind es romantische zwei Stunden Abendfahrt nach Iaşi, zu denen DJ Sascha stimmungsvolle Abendmusik auflegt, bevor wir stolz und müde ins Hotel einchecken.
 
(Izabella & Zehra)

3. April 2006 Recherchetag

 
 
Iaşi – Grenzpolizei – Markt – Costuleni – Landwirtschaft – EU-Projekte
 
 

 

  

 

Der Körper ist schwach, doch der Geist ist willig

Obwohl manche von uns nur wenig geschlafen haben, wollen wir alle diese wunderschöne Stadt Iaşi kennenlernen. Gleichzeitig sind wir sehr auf unsere Projekte und Interviewpartner gespannt. So strömen die meisten nach dem Frühstück - einige sogar schon davor - in verschiedene Teile der Stadt, bewaffnet mit Mikros, Aufnahmegeräten, Papier, Schreibzeug und Kameras.  
 
Iaşi, ein Diamant in einer Plasitktüte
Iaşi ist großartig. Überall wo man lange genug hinschaut, entdeckt man entweder eine neue Jugendkultur oder jahrtausendealte Geschichte begraben unter Ignoranz und Oberflächlichkeit. Iaşi, anders als viele andere Großstädte, lebt nicht nur, sondern es denkt und wächst. Es ist eine Stadt der Extreme, wo man Kunst und Kitsch nebeneinander auf einer Wand findet, wo man Jazz und Manele auf dem gleichen illegalen CD-Haufen am Marktplatz findet. Das Radioteam ist mit Annett Müller unterwegs bei der Grenzpolizei. Recherchen im Grenzbereich: neben vielen Interviews werden sie Zeugen der Grenze im Osten Europas. Zwei Frauen, deren Reise nach Italien an der rumänischen Grenze endet.
 
Ein ganzes Dorf voll neuer Freunde
Auch die Umgebung von Iaşi hält viel Sehenswertes bereit, weshalb das Fernsehteam sich direkt nach dem Frühstück nach Costuleni, einem kleinen Dorf in Sichtweite der moldawischen Grenze aufmacht. Ein Ort, in den sich normalerweise kein Tourist und erst recht keine Kamera verirrt. Umso überraschter sind wir über die bemerkenswerte Offenheit der Menschen.
Kaum haben wir uns für fünf Minuten vor dem Bürgermeisteramt zum Picknicken gesetzt, kommt auch schon der Bürgermeister und lädt uns samt Kamera in sein Büro ein. Nach einer guten halben Stunde Interview entscheidet der Gemeindechef, dass es für heute Zeit ist, sein Büro zu schließen. Er erklärt sich bereit, uns auf der nagelneuen, EU-finanzierten Straße in das malerische Nachbardorf Covasna zu begleiten. Er zeigt uns die frisch renovierte Dorfschule und den Kindergarten. Dann ist es aber Zeit für die obligatorische Einladung auf einen “kleinen Kaffee”... und spätestens das ist das Ende unseres Zeit- und Drehplans!
Nach einer Stunde hören wir auf, die “kleinen Käffchen” zu zählen und es wird Zeit, auch den hausgemachten Wein, den dazugehörigen Schnaps und die Überreste vom letzten Schlachtfest zu verkosten. Gut, dass die Bilder “im Kasten” sind und die Frau des Gastgebers von seiner Einladung während der Fastenzeit nichts weiß!
Nach Einbruch der Dunkelheit sitzen wir alle wohlgestärkt mit moldawischen Würstchen, erschöpft vom Filmen aber lachend und singend im Bus. Der Bürgermeister ist ratlos: er hat vergessen, wo er eigentlich wohnt!
 
Gute Nacht!
Der Tag ist fast zu Ende. Die Gruppen treffen sich müde, aber gut gelaunt wieder. Auf dem Marktplatz haben sich zwei Männer geschlagen. Wir haben mit dem Bürgermeister von Costuleni Wein getrunken und Wurst gegessen. An der Grenze hat die Polizei zwei Frauen von der illegalen Migration nach Italien abgehalten.
Unsere unglaublichen Geschichten sind für andere Menschen Alltag. Es ist schon Nacht. Einige sind noch wach und arbeiten an ihren Projekten. Was wird wohl morgen geschehen?
 
(Ramona & Sascha)

4. April 2006 Recherchetag 

 Iaşi – Markt – Kreisrat – Jüdischer Friedhof

 

 

Mit einem wolkigen und feuchten Himmel am Morgen blättert das grosse Buch Iaşi selbst seine Seiten weiter. Es scheint, als ob der erste Tag noch gar nicht zu Ende ist, sondern das Geschehen einfach weiterfließe.

Für das Radio-Print-Team fängt der Tag mit einer eher nachdenklichen Geschichte an. Mit düsteren bessarabischen Männern, die ihre Geschäfte wie Autofahrten über die Grenze und den dazugehörigen Benzinschmuggel vor dem Billa-Supermarkt treiben. Sie erzählen bereitwillig ihre Geschichte, aber nicht ganz ehrlich. Andererseits sind da die Frauen, die am Markteingang billige Zigaretten aus Moldawien verkaufen. Ihre Geschichte ist kurz und ähnelt sich: Arbeitslosigkeit, Armut und Verzweiflung. Unter den Marktfrauen befindet sich eine ehemalige Französischlehrerin und alleinerziehende Mutter, die dort Obst verkauft. Wir interviewen sie am späten Nachmittag. Sie beeindruckt uns besonders.
 
Das Fernsehteam hat früh morgens einen Termin mit Adrian Cioflanca. Er ist Mitglied der Kommission, die sich mit den rumänischen Holocaust-Bericht erarbeitet hat. Mit ihm führen wir ein sehr spannendes Gespräch zum Thema ''Jüdisches Leben in Iaşi ''. Er begleitet uns durch die wichtigsten historischen Straßen von Iaşi, zeigt und erklärt. Weiter begleitet uns der Historiker zum jüdischen Friedhof, wo wir eine Angestellte des Friedhofs interviewen können.
 
Später filmen wir noch Details für unser Roadmovie und sichten im Hotel Materiallien, die noch bearbeitet werden müssen: das heutige Material muss übersetzt und analysiert werden. Nachher planen und besprechen wir noch die nächsten Tage. Beruflich haben wir heute sehr viel gelernt. Es gibt kein uninteressantes Thema und wir haben gelernt, wie wir in Zukunft unterschiedliche Themen angehen und sie dann journalistisch vorbereiten können
 
(Bianca C. & Cristina)
 5. April 2006  Fahrttag 

 Iaşi – Bârlad – Tecuci – Galaţi – Fähre ins Deltagebiet - Tulcea

 

 

 

Morgenstund hat Gold im Mund

Schon wieder früh aufgestanden! Das Radioteam hat aber heute einen entspannenden Morgen. Nach einem langen Frühstück wollen wir uns noch mal bei den freundlichen Marktfrauen für das Interview von gestern bedanken. Sie sind von unserem zweiten Besuch ganz überrascht und so bleiben wir noch auf dem Markt und freuen uns über die Morgenstimmung auf dem Marktplatz. 
Die andere Gruppe führt inzwischen ein ganz interessantes Interview mit dem Direktor des Technologieparkes, das TV-Team besucht die wunderschöne alte Synagoge und führt dort ein Interview.
 
Die Abfahrt
Und los! Wir haben uns schleppend gesammelt, keiner will das tolle Hotel in Iaşi verlassen. Der Weg nach Tulcea bietet eine traumhafte Landschaft und das verführt uns für einige Momente zu filmen oder zu fotografieren. Wir freuen uns darüber, dass sich die Landschaft wieder einmal ändert. Auch dass unser Fahrer nach mehreren Routinekontrollen der Verkehrspolizisten eine Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit bekommt, kann unsere Lust zum Entdecken nicht halten! Das Team fährt dicht an der Grenze zu Moldawien vorbei. Wir sehen viele ärmliche Häuser.
 
Die Landschaft beginnt sich langsam zu ändern und in Galaţi wird sie ganz trüb. Die große Metallverarbeitungsfabrik verschmutzt die Luft und die Stimmung der Menschen. Die Vegetation fehlt und der Verkehr der Stadt macht alle nervös. Doch unsere Augen beginnen zu strahlen, als wir die Donau sehen und die Fähre mit der wir den breiten Strom überqueren werden. Die kurze Reise mit der Fähre begeistert alle. Der Geruch nach Fisch, die Erinnerung ans Meer macht uns alle melancholisch.
 
Das Donaudelta
Auf der anderen Seite des Chilia-Armes der Donau treffen wir eine ganz andere Umwelt. Auf beiden Seiten der Straße wachsen Apfel- und Kirschbäume und die scheue Nachmittagsonne hilft den Fotografen diese Momente für ewig festzuhalten. Unterwegs hat DJ Sascha seinen Job aufgegeben und unsere Unterhaltung dem Radio übertragen. Auf dem Weg nach Tulcea fahren wir entlang der Donau in einer feuchten aber uns willkommen heißenden Gegend, die durch den Rauch der Fabriken ein wenig von ihrem Zauber verliert. Und als wir in Tucea sind, gibt es auch endlich Abendessen. Wir müssen noch das typische Fischgericht in einem Inselrestaurant probieren, oder?
Gute Nacht!
 
(Adina)

6. April 2006 Recherchetag

  Tulcea – Hafen - Donaudelta- Lippowaner – Babadag – Türkische Gemeinde

 

 Auf dem Weg durch Tulcea
Ein großer Tag in der kleinen Stadt Tulcea. Das Radio-Journalismus-Team beginnt den Morgen mit einer kleinen Vorrecherche und einem Interviewpartner vom Donaudelta-Institut für den Erhalt der Biosphäre. Das Interview wird leider ein Flop, aber von da an geht der Tag aufwärts. Ein Teil des Teams geht in der Stadt herum und zeigt, wie sich eine deutsche Touristin, die kein Rumänisch spricht, dafür aber Englisch, Französisch und Russisch, in Tulcea zurecht findet. Das zweite Radio-Journalismus-Team verbringt den Morgen am Hafen auf der Suche nach einem Boot, das uns in das kleine Fischerdörfchen Crişan bringen soll.
Die Menschen in Tulcea sind sehr freundlich und offen für Neues. Vor allem die Alten im Hafen. Wir treffen einen alten Kapitän, der uns sein Schiff zeigt. Das Schiff ist ein hundert Jahre altes
Kampfschiff der russischen Armee. Der Kapitän ist schon fast so alt wie das Schiff und kann sich nicht davon trennen. Ein perfektes Beispiel für das Zusammeneben von Mensch und Schwarzem Meer.
 
Bei den Altgläubigen
Auch die Fernsehjournalisten müssen feststellen, dass die beste Planung die hohen Preise rumänischer Bootsverleiher nicht drücken kann. So muss der geplante Dreh im Dorf Mila 23 leider ausfallen. Aber wir sind flexibel und gehen ins ethnographische Museum. Voll mit neuen Informationen und mit viel Enthusiasmus startet die Gruppe gegen Mittag schließlich zu einer Lippowanergemeinde in der Nähe von Tulcea.
Dort gelingen uns wunderbare Aufnahmen vor und in der altorthodoxen Kirche, wo gerade ein Trauergottesdienst stattfindet. Eine ältere Dame erzählt uns vor der Kamera über lippowanische Sitten und Gebräuche und zeigt uns bereitwillig ihr Haus, den Gemüsegarten und die schilfgeheizte Sauna. Danach gibt es sogar noch ein kurzes Fußballspiel gegen die Dorfauswahl.
 
Mit Süleyman in Babadag
Derweil nirgendwo und überall in Tulcea. Der tartarisch-stämmige Süleyman Ridvan fährt einen Teil des Radio-Print-Teams im Ich-AG-Taxi vom türkischen zum russischen, über das lippowanische bis zum tartarischen Viertel. Nach einem Abstecher zum Denkmal des Sieges der Rumänen über die Türken zeigt er uns stolz die Moschee und den Friseursalon seines Cousins. Den Rest des Tages verbringen wir im Dorf Bābadag. Nach dem Besuch der örtlichen Moschee und des dazugehörigen aus der Türkei entsandten Imams, sitzen wir plötzlich im Wohnzimmer von Süleymans Schwägerin. Bei Fanta und Keksen werden nun die wirklich wichtigen Dinge diskutiert. Die alten rumänischen Türk-Tartaren wollen es unbedingt wissen: “Kommt das Türkische bei Mehmet Scholl nun von der Mutter oder doch vom Vater?” Abends fährt uns Süleyman noch zurück ins Hotel, aber erst in der Pause des UEFA-Cup-Spiels und als die Mehmet-Frage geklärt ist.
 
(Ramona & Sascha & Zehra)

7. April 2006 Recherchetag

 Donaudelta – Mila 23 – Tulcea –Türken & Tartaren – Jilovca - Fischer

 

  

 
Da lief mal alles wieder gut
Am frühen Morgen machen wir uns auf den Weg nach Mila 23, einem kleinen Lipowanerdorf im Donaudelta. Nach langen Verhandlungen bekommen wir ein Boot für 110 Euro. Die Fahrt dauert eineinhalb Stunden. Das Hochwasser macht die Fahrt mühsamer. Endlich sind wir da. Das Fernsehteam ist unterwegs. Dabei sind, wie immer, Dirk und Susanne. Isa ist unsere Chefin für den Tag. Schlammige Straßen erschweren unsere Arbeit. Die russischen Lipowaner haben heute Feiertag, „Blagovistenie“. An diesem Tag in der Fastenzeit darf man auch mal Fisch essen. Doch von Lipowanern ist weit und breit nichts zu sehen. Die Kirche steht einsam und verlassen in der Gegend. Auf den Priester warten wir vergeblich, er hat sich versteckt, kommt nicht zum Gottesdienst. Keiner will in die Kirche. Schließlich geben wir auf und machen uns auf den Rückweg.
 
Wirrwarr im Donaudelta
Es ist spät und wir finden nur schwer den Weg zurück nach Tulcea. Es ist stockdunkel, kein Licht ist zu sehen und es ist Hochwasser. Wir irren vier Stunden mit dem Boot durch die Nacht. Der Fahrer zündet seine Zigarette an. Erst um 24 Uhr kommen wir endlich in Tulcea an.
 
Türken & Tartaren beim Minderheiten-Freitagsgebet
Die Delegation “Türkische Minderheit” mit Supervisorin Katharina Lezius und den Außendienstmitarbeitern Zehra und Adina des Radio-Print-Teams ist heute im Auftrag des Herrn Allah und Süleyman unterwegs. Auf Empfehlung wird dem Freitagsgebet auf türkisch und arabisch beigewohnt, sowie danach höflich die Einladung zur islamischen Trauerfeier abgelehnt.
Nachdem in der Moschee neue Kontakte geknüpft und Termine ausgemacht sind, unter anderem mit einem aus der Türkei entsandten Hodscha, gilt es, sich der Herausforderung zu stellen. Wir interviewen Süleymans Tochter Binses zum Thema “Zukunft in Europa”.
Nachdem wir auch dies zwischen Salat und Capuccino und immer mit unserem Notizheftchen bewältigt haben, nehmen wir gegen Abend die herzliche Einladung des Hodschas aus Ankara an. Bei Tee und Popcorn erzählt er uns vom Gemeindeleben und der Unterstützung aus der Türkei. Obwohl es den ganzen Tag um Minderheiten ging, sind wir auf der Dacia-Rückfahrt ins Hotel mehrheitlich der Meinung, dass Hodschas auch nur Menschen sind. Wir schließen den Abend mit einem Kaffee für den Hodscha und Bier für den Hotelwirt in der Lobby des Hotels, wo wir auf das verschollene Fernsehteam warten.
 
(Bianca N. & Zehra)

8. April 2006 Fahrttag

 
Tulcea – Histria - Constanţa

 

 

 
Aufbruch in die Stadt
JA!!! Alle sind froh, Tulcea zu verlassen und etwas Neues zu erleben. Nach einer kurzen Nacht und einem langen Frühstück sind wir alle fertig für den Weg! Wir können es kaum erwarten, in eine große Stadt zu kommen mit großen Gebäuden, netten Restaurants und hoffentlich... mehr Sonne!
Nach kurzer Fahrt, auf der wir aber viel über die Musik und den DJ im Bus streiten, kommen wir in Histria an. Doch unser Besuch des Museums und der Ruinen wird von Kälte und starkem Wind erschwert. Wir sind wieder im warmen Bus und endlich geht es weiter!
 
Aus Erfahrung gelernt
Die Strecke von Tulcea nach Constanţa ist weder besonders lang noch wirklich spektakulär. Aber da wir mit jedem Tag aufmerksamer nach Bildern für unser “Roadmovie” schauen, geht es auch heute nicht ohne Drehstops. Das heißt meist, dass zwei Leute mit der Kamera aus dem Bus stürmen, während der Rest sich in Geduld üben muss, da die Erklärung für diese Zwangspausen erst nachher folgen kann. Und spätestens nach einem Blick auf den Bildschirm unserer Kamera ist auch das Radioteam überzeugt, daß es sich lohnt, wieder einmal auf die Rückkehr des Kameramanns zu warten. Der Film nimmt langsam Form an und die wichtigsten Handgriffe sind uns nun geläufig. So können wir heute trotz des knappen Zeitplanes während der Mittagspause noch zwei Interviews führen: eines mit der Gruppe und ein zweites mit István, unserem Fahrer, dem König der Landstraße. In Constanţa haben wir ein tolles Hotel. Auf dem Flur hört man dann nur noch laute Stimmen und Gelächter.
 
Ankunft und erste Recherchen
Das Radioteam geht gleich in die Stadt und sucht Kontakte zur türkischen Minderheit, die uns für das Thema helfen können. Wir fragen auf der Straße, in Geschäften auch in Imbissen nach türkischen Besitzern oder Investoren, werden aber immer in die falsche Richtung geschickt. Wir sind verzweifelt und wissen nicht weiter. Doch da sehen wir, dass wir gerade vor einem türkischen Restaurant stehen. Wir gehen hinein und werden sofort dem Besitzer vorgestellt. Er ist sehr offen und bietet uns beiden einen Tee an. Immer mehr interessante Menschen erscheinen im Restaurant: der Hodscha und der Direktor der türkischen Schule aus Medgidia. Alle scheinen ganz hilfsbereit und gesprächig. Wir sind nach so einem langen Tag ganz fertig! Doch da treffen wir noch durch Zufall Katharina Lezius, die Boschlektorin. Das ist ja Schicksal. Heute hatten wir viel Glück. Jetzt verdienen alle ein richtiges Abendessen!
 
(Adina & Sascha)

 9. April Recherchetag

  
Constanţa
  

Auf frischer Tat ertappt

Heute sind wir endlich dem Radioteam während der Arbeit begegnet. Am Hafen von Constanţa haben wir ihnen ein wenig bei der Arbeit lauschen können. Sie sind ihrer Arbeit ungestört nachgegangen, unsere Anwesenheit hat sie nicht gestört.
Dann haben wir einen Stadtspaziergang mit der Kamera gemacht. Wir wollen über junge Menschen in Constanţa recherchieren und sind lange unterwegs. Es ist schon Mitternacht, als wir mit unserer Arbeit fertig sind. Wir machen noch einen kurzen Spaziergang am Strand. In der Ferne schmelzen Himmel und Wasser zusammen.
 
Am Ende heißt es “Nachbereiten”
Das Radio-Print-Team beginnt seinen Tag mit einer techischen Einführung. Wir üben das Schneiden und Bearbeiten von Original-Tönen auf dem Laptop. Danach teilt sich das Team auf. Eine Gruppe schreibt einen Radiobericht zum Thema “Tourismus im Donaudelta”, während die anderen weiter zum Thema “Türkische Minderheit in Constanţa” recherchieren. Sie besuchen die Moschee und vereinbaren noch ein Interview mit dem Besitzer des größten türkischen Restaurants in Constanţa. Auch sie sehen ein bisschen von der Stadt, schlendern ein wenig am Strand entlang und besichtigen das Casino.
 
(Cristina & Bianca N.)
 10. April Recherchetag 

Constanţa – Türkische Gemeinde – Minderheiten - Abschiedsessen

  

Ein früher Morgen

Unser Tag beginnt heute wieder früh am Morgen, da wir den Tag nutzen wollen! An der Rezeption erwartet uns eine blonde Dame, die uns mit ihrer schönen Stimme verzaubert und uns Kaffee kocht. Das frühe Aufstehen lohnt sich aber leider nicht, denn aus organisatorischen Gründen scheitert unser Thema mit der Militärakademie. Darum machen wir uns auf den Weg und suchen Orte von Minderheiten in Constanţa. In der Alt- und Neustadt werden wir fündig. Wir sind enttäuscht, dass unser eigentliches Thema nicht realisierbar ist und suchen neue Themen.
 
In Sachen Minderheiten unterwegs
Auf dem Weg zur Synagoge und zur jüdischen Gemeinde haben wir plötzlich eine gute Idee, um den Tag zu retten. Wir üben unsere erlernten Interviewtechniken. Spontan sollen wir Menschen auf der Straße ansprechen. Dirk und Susanne halten sich dabei mit der Kamera im Hintergrund. Auch das Radio-Print-Team ist heute in Sachen Minderheiten unterwegs. Sie recherchieren über die türkische Minderheit in Constanţa und besuchen die einzige türkische Schule in Medgidia.
 
Abschiedsessen
Auf das gemeinsame Abendessen haben wir uns schon seit Tagen gefreut. Im türkischen Restaurant treffen sich das Radio-Print-Team, das TV-Team und die Projektleiter. Nach drei Stunden, die schnell wie im Flug vergehen, machen wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Wir sind gespannt auf den morgigen Tag in Bukarest. Wenn ich an das Ende der Reise denke, dann werde ich ganz traurig.  
 
(Isabella)

11. April Fahrttag

 
Fahrt Constanţa – Bukarest – Redaktionsbesuche in Bukarest

 

 
Alles geht so schnell vorbei...
Es ist Dienstag und alle wissen wir ganz genau: es ist UNSER LETZTER PROJEKTTAG. Wir fahren früh am Morgen aus Constanţa los, da wir in Bukarest auch früh ankommen wollen. Sascha stoppt wie gewöhnlich den Busfahrer, um zusammen mit Dirk letzte Bilder für unser Roadmovie in der Nähe von Constanţa zu drehen.
 
Redaktionen besucht…
In Bukarest besuchen wir die Redaktion der Deutschen Sendung. Dann fahren wir zum Pressehaus, wo wir die Redaktion der Allgemeinen Deutschen Zeitung (ADZ) und der Adevãrul besuchen. Das Gebäude ist unglaublich imposant. Fast alle von uns sind zum ersten Mal in so bedeutenden Redaktionen. Vor allem die Redaktion des Cotidianul, wo wir am Nachmittag noch mit Frau Lezius hinlaufen, gefällt uns wirklich gut. Und ich beschließe, nach dem Besuch dort, die Zeitung häufiger als vorher zu lesen.
 
Der letzte Abend
Müde machen wir uns nach den Redaktionsbesuchen auf den Weg zum Hotel und versuchen gleichzeitig, die Metropole Rumäniens zu genießen. Den Abend verbringen wir bei einem gemeinsamen Essen im Freien und tauschen letzte Gedanken, Impressionen und Email-Adressen aus. Alles ist so komisch, weil wir plötzlich ein wenig Freizeit haben. Es gibt keine Tagesplanung mehr für morgen. Denn morgen sind wir auf dem Rückweg nach Cluj. Es herrscht Abschiedsstimmung. Unsere Recherchereise ist schon vorbei...
 
(Bianca)     

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