Das Deutsche Kulturzentrum Klausenburg und das Centre Culturel Français Cluj-Napoca organisierten im Herbst 2006 eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Hochhaussiedlungen im 21. Jahrhundert - Rumänien, Deutschland und Frankreich im Vergleich“. Die Regierung Frankreichs und Deutschlands haben 2004 den 40. Jahrestag der Unterzeichnung des Elyséevertrages zum Anlass genommen, einen Fond für deutsch-französische Kooperationsprojekte in Drittländern – den Elyséefond - einzurichten. Die in Rumänien vertretenen deutschen und französischen Mittler führten im Jahr 2006 mehrere lokale Elyséeprojekte durch, die sich jedoch inhaltlich erstmals gemeinsam an einem Oberthema orientierten. Unter dem Thema „Stadtkultur“ wurden verschiedenste Projekte in den Städten Bukarest, Temeswar, Kronstadt, Iasi und Klausenburg durchgeführt. Vor diesem Hintergrund widmeten sich das Centre Culturel Français Cluj-Napoca und das Deutsche Kulturzentrum Klausenburg dem Thema Hochhaussiedlungen. Die Errichtung von Großraumsiedlungen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellt eine wichtige Etappe in der Entwicklung der Städte in Frankreich und Deutschland dar. Als Wohnstätte für die neuen Arbeitskräfte, welche die forcierte Industrialisierung forderte, errichtet, siedelten sich in den neuen Wohnvierteln vor allem ländliche Bevölkerung und ausländische Arbeitskräfte an. Die wirtschaftliche Rezession und die großen politischen wie gesellschaftlichen Veränderungen treffen heute in besonderem Ausmaß die Menschen in den Hochhaussiedlungen. Die Frage Hochhaussiedlungen ist heute ein sehr wichtiges Thema in Frankreich und Deutschland, spiegeln doch die Massenquartiere in zugespitzter Art und Weise die wirtschaftlichen wie politischen Umwälzungen und Probleme, mit denen sich die westlichen Gesellschaften konfrontiert sehen, wieder. In Rumänien sind die Trabantenstädte sehr zahlreich und von großem Ausmaß. Noch gelten sie im Gegensatz zu Deutschland und Frankreich als attraktive Wohnviertel für Studenten und die Mittelklasse. Anders als im französischen und deutschen Fall findet in Rumänien bislang kaum eine systematische Stadtentwicklung basierend auf langfristigen Konzepten statt. Die gegenwärtige Entwicklung wird vielmehr von einem architektonischen Wildwuchs beherrscht, dem die städtische Verwaltung keine schlüssigen Stadtplanungskonzepte entgegenzusetzen hat. Mit der Wahl eines neuen Bürgermeisters 2004 in Klausenburg hat seitens der Stadtverwaltung ansatzweise und vermehrt eine Auseinandersetzung mit dem Thema Stadtplanung stattgefunden. Mit dem Projekt soll eine noch intensivere Beschäftigung mit dem Thema in Klausenburg angestoßen werden. Den Bürgern der Stadt Klausenburg, die Stadtverwaltung aber auch die Studierenden der technischen Studiengänge sollten auf verschiedenen Wegen angeregt werden, über die künftige Gestaltung ihrer Stadt nachzudenken und sich mit dem Problem der Hochhaussiedlungen auseinanderzusetzen. Das Projekt „Hochhaussieldungen im 21. Jahrhundert” näherte sich mit mehreren Veranstaltungen auf verschiedene Art und Weise, künstlerisch wie wissenschaftlich, der Problematik, wobei eine vergleichende Perspektive auf die Thematik in Frankreich, Deutschland und Rumänien geworfen wurde. Weitere Informationen zu den einzelnen Verstanstaltungen im Rahmen des Projektes finden Sie auf folgenden Seiten: |